|

„Siehe, ich mache alles neu!“ – Junge Kunst trifft auf tiefe Fragen


Am Dienstagabend, den 24. März 2026, verwandelte sich das Haus der Evangelischen Kirche in Ravensburg in einen Ort voller Farbe, Reflexion und Hoffnung. Die Vernissage der neunten Klasse der Schloßrealschule Kißlegg bot den Gästen die Gelegenheit, die Jahreslosung 2026 durch die Augen der jungen Generation neu zu entdecken.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Jahreslosung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Doch die Schülerinnen und Schüler gingen in ihrer Vorbereitung noch einen Schritt weiter. Sie verknüpften diesen Verheißungstext mit dem bekannten Gelassenheitsgebet, das um die Balance zwischen dem Akzeptieren des Unabänderlichen und dem Mut zur Veränderung bittet.
Schuldekan Samuel Holzhäuer betonte in seinen Begrüßungsworten die Relevanz dieser Gedanken:
„Gelassenheit bedeutet nicht Gleichgültigkeit, sondern ein Annehmen dessen, was sich unserem Einfluss entzieht, ohne daran zu verzweifeln.“
Er lobte den Mut der Jugendlichen, Verantwortung zu übernehmen und ihre eigene Stimme in einer komplexen Welt zu finden. Die ausgestellten Malereien sind weit mehr als nur Unterrichtsergebnisse. Sie sind persönliche Statements. Die Jugendlichen haben existenzielle Gegensätze – Zweifel und Zuversicht, Chaos und Klarheit, Begrenzung und Freiheit – in eine ausdrucksstarke Bildsprache übersetzt.
In der evangelischen Religionsgruppe der Jahrgangsstufe 9 sind Werke entstanden, die den Betrachter zum Innehalten einladen. Die Schülerinnen und Schüler führten gemeinsam in ihre Werke ein und teilten die Gedanken und Emotionen, die sie während des Malprozesses bewegten.
Im Anschluss an die Vernissage ging die Gruppe noch gemeinsam Pizzaessen, bevor es dann wieder mit dem Zug zurück nach Kißlegg ging.
 
Selina Ö.
„Siehe, ich mache alles neu!“ Wie am Feigenbaum eine neue Frucht wächst. Jede neue Frucht, erst klein und grün, dann groß und lila als Zeichen für das Neue, was sich jeden Moment entwickelt und sich ausprägt. Und wenn eine faule Frucht zu Boden fliegt, sehe es als schöne Erinnerung und sei nicht traurig, eine neue Frucht wird nachwachsen und alles wird neu werden.

Selina Ö. wählte das Motiv des Feigenbaums als Sinnbild für stetiges Wachstum. In ihrer Darstellung symbolisiert die Entwicklung von der kleinen, grünen Knospe hin zur großen, lila Frucht das Neue, das sich in jedem Moment entfaltet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Versöhnung mit dem Vergehen.
Naomi T.
„Siehe, ich mache alles neu!“
Die helle Farbe steht für das Gute im Leben! Naomi T. konzentrierte sich auf die emotionale Wirkung von Licht und Farbe. In ihrem Werk stehen helle Farbtöne als direktes Symbol für das Gute im Leben und geben der Zusage „Siehe, ich mache alles neu!“ eine hoffnungsvolle, visuelle Präsenz.
Emma B.
„Siehe, ich mache alles neu!“ bedeutet für mich, dass selbst eine kleine Veränderung viel bewirken kann. Mit meinem Bild wollte ich genau das ausdrücken. Emma B. thematisierte die Kraft des Anfangs. Ihr Bild vermittelt die Botschaft, dass bereits kleine Veränderungen eine große Dynamik entfalten können.
 
 

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert